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Tuch- & Lodenfabrik Leichtfried
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Rechtsform GesmbH & Co.KG
Gründung 1884
Sitz Möbersdorf
Leitung

Dr. Josef Leichtfried

Branche Textilindustrie
Produkte

Lodenstoffe & Tuche

Website

http://www.leichtfried-loden.co.at/home.html

Das Unternehmen Leichtfried GesmbH & Co.KG. Tuch- & Lodenfabrik, ist eine auf die Herstellung von hochwertigen Tuchen und Lodenstoffen spezialisierte Volltuchfabrik. Gegründet wurde das Unternehmen 1884 im steirischen Möbersdorf und hat auch noch heute dort seinen Sitz.

Geschichte 1884 - heuteBearbeiten

Im Jahre 1884 kaufte der aus dem kärnterischen Lesachtal stammende Handweber Johann Oberluggauer in Möbersdorf ein kleines Grundstück zur Errichtung einer Lodenerzeugung. Am Mühlbach, einer Ableitung des Feistritzbaches, entstand eine kleine Lodenwalkerei. Der Anfang war sehr mühsam, da die meisten Maschinen vorerst zum Teil noch per Hand betrieben werden mussten. Johann Oberluggauer verstarb 1886 und sein tüchtigster Mitarbeiter, der aus der Oststeiermark stammende Johann Maierhofer, übernahm den den Betrieb bis 1919. In dieser Zeit wurden Grundstücke dazu gekauft und die Betriebswerkstätte erweitert.

1919 kam Josef Leichtfried als Praktikant in die Färberei der Lodenwalkerei Maierhofer. Er heiratete noch im selben Jahr die Tocher des Betriebsinhabers, Karoline Maierhofer. Josef Leichtfried stammte aus Göstling an der Ybbs in Niederösterreich, wo sein Vater selbst eine Leinenweberei und Lodenerzeugung betrieb.

Nach der Betriebsübernahme wurde das Unternehmen kontinuierlich vergrößert um der großen Nachfrage nach Loden nachzukommen.


Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Unternehmen unter der Geschäftsführung von Josef Leichtfried gemeinsam mit zwei Söhnen und zwei Töchtern weitergeführt. Während dieser Zeit fanden weitere bauliche Veränderungen statt, um eine moderne Fertigung des Lodens zu ermöglichen. 1959 wurde das Einzelunternehmen in eine Kommanditgestellschaft umgewandelt.

Im Jahre 1969 übergab der 1974 verstorbene Firmenchef die Geschäftsführung an seinen Sohn Josef, der in Aachen die anerkannte Ausbildung zum Textilingenieur absolviert hatte. Ing. Josef Leichtfried führte das Unternehmen bis 1982 und spezialisierte sich auf die Erzeugung hochwertiger Lodenstoffe und stellte die Qualität in den Vordergrund.


1983 übernahm dessen Sohn, Dr. Josef Leichtfried die Firmenleitung, der sich vor allem die Internationalisierung des Unternehmens als wesentliches Ziel setzte. Zur Hochwertigkeit der Produkte kam noch eine weitere Stärke hinzu. Die besonders schönen und in jeder Saison weiterentwickelten Farben. Diese ermöglichen es, auch Kunden außerhalb der Tracht zu gewinnen.

Maschinell wurden in den Schlüsselabteilungen des Betriebes moderne Maschinen angeschafft, ohne die Vollstufigkeit des Unternehmens aufzugeben. Parallel dazu wurden in den letzten Jahren die Gebäude und Außenanlagen erneuert, wodurch sich das Unternehmen heute seinen Besuchern sehr einladend präsentiert.

ErzeugungBearbeiten

Rohmaterial Bearbeiten

Das ursprüngliche Rohmaterial für Loden stammte von heimischen Bergschafen. Die Schaftzucht verlor im letzten Jahrhundert in Mitteleuropa immer mehr an Bedeutung und so ist heute das Rohmaterial für unsere feinen Tuche und Loden in erster Linie extrafeine australische Merinowolle.

Färberei Bearbeiten

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Färberei Leichtfried Tuch & Lodenfabrik 1884

Nachdem das Rohmaterial für unsere feinen Tuche und Lodenstoffe in Australien nur gewaschen wird, beginnt der Produktionsprozess in unserem Betrieb mit dem Färben der Wolle, welche dann alle weiteren Verarbeitungsschritte unserer vollstufigen Fabrik durchläuft.

In der Färberei wird Wolle mit speziellen Farbstoffen gefärbt. Die zusätzlich dabei verwendeten Färbehilfsmittel ermöglichen eine flächendeckende, gleichmäßige Anfärbung, die gewünschte Farbtiefe und Brillanz sowie die erforderliche Farbechtheit.

Nach dem Färben der Wolle gelangt diese zuerst in die Trockenschleuder zur Entwässerung und anschließend in den Trockenapparat, der unter Einsatz von Mikrowellen den gewünschten Feuchtigkeitsgrad der Wollfasern erzielt.



Wolferei & MischereiBearbeiten

Hier erfolgt die Vorbereitung der Partie für die Spinnerei. Die gleichbleibende Qualität des herzustellenden Streichgarns erfordert eine gute Homogenität der Materialzusammensetzung.

In einem ersten Schritt werden grobe Schmutzteilchen und Staubpartikel aus der Wolle „geklopft“. Anschließend öffnet der Krempelwolf die Flocken, um einen hohen Grad an Homogenität zu erzielen.

Nach dem Wolfen erfolgt der pneumatische Transport über Rohrleitungen in die Mischkammern, wo die Partie geschmälzt wird (Auftragen von Olein), um sie für die weiteren Verarbeitungsschritte vorzubereiten.

KrempeleiBearbeiten

Der Mischerei folgt die Krempelei, die jenes Vorgarn produziert, das anschließend der Ringspinnmaschine vorgelegt wird. Da sich jegliche Ungleichmäßigkeiten des Vorgarns direkt auf das Ringgarn auswirken, sind Streichgarnkrempel sehr aufwändig mit mehreren Tambouren ausgerüstet.

Der Krempelsatz legt aus den Flocken die Einzelfasern frei und parallelisiert diese. Da bei der Garnerzeugung die Einzelfasern intensiv verdreht werden, ist diese Parallelisierung die Voraussetzung für ein zufriedenstellendes Ergebnis. Ebenso werden kurze Fasern, die für eine Weiterverarbeitung ungeeignet wären, sowie Fremdsubstanzen (Vegetabilien, Kletten) ausgeschieden. Nach dem Krempeln entsteht ein dünnes Vlies, aus dem durch leichte Verdrehung (Nitschelung) das Vorgarn hergestellt wird.

Spinnerei Bearbeiten

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Spinnerei-Vorbereitung Leichtfried Tuch & Lodenfabrik 1884

Auf der Ringspinnmaschine wird das Vorgarn durch Drehung auf die gewünschte Garnfeinheit verzogen. Je höher die Garnfeinheit sein soll, desto mehr muss dieses verzogen werden. Die Drehung wird durch das Zusammenwirken von Spindel, Ringläufer und Garnaufwindung erzielt. Nach dieser Verdrehung wird das Garn auf eine Hülse aufgewickelt (Spinncopse).


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Spinnerei Leichtfried Tuch & Lodenfabrik 1884

[Streichgarne][1] für die Tuch- und Lodenproduktion zeichnen sich vor allem durch den voluminösen & weichen Charakter aus. Die feinen Merinowollen, die in unserer Streichgarnspinnerei verarbeitet werden, erlauben es dennoch, sehr feine Garne -entweder als Uni oder in Melange - herzustellen.

Nach der Ringspinnmaschine enthält das Garn Ungleichmäßigkeiten wie Dick- und Dünnstellen, wodurch in der Weberei kein reibungsloser Produktionsablauf stattfinden kann. Diese werden in der Kreuzspulerei entfernt und das Garn wird von den Spinncopsen auf Kreuzspulen umgespult.

SpulereiBearbeiten

Am Beginn der Webereivorbereitung steht die Spulerei, wo das Garn aus der Spinnerei von Staub gereinigt wird sowie Fehler (dicke und dünne Stellen) ausgebessert werden. Dabei wird die fehlerhafte Stelle herausgeschnitten und die beiden Garnenden werden wieder zusammen gespleißt. In der Spulerei werden sowohl Schuss- als auch Kettspulen hergestellt, wobei die Schussspulen direkt an die Weberei geliefert werden und die Kettspulen in der Schärerei weiterverarbeitet werden.

SchärereiBearbeiten

In der Schärerei wird die Kette für die Gewebeherstellung produziert. Eine textile Kette beinhaltet die Gesamtheit aller in Längsrichtung verlaufenden Fäden. Damit den hohen Anforderungen des textilen Endproduktes entsprochen werden kann, gilt es, in der Herstellung der Kette mehrere Voraussetzungen zu beachten:

  • Gleiche Spannung für alle Fäden
  • Exakte Einhaltung der Musterfolge
  • Alle Kettfäden müssen die gleiche Länge haben
  • Die Breite der Kette muss der Webblattbreite entsprechen

Weberei Bearbeiten

Auf all unseren gesteuerten Dornier-Greifer-Webmaschinen werden die zwei Fadensysteme (Kett- sowie Schussfäden) mit Hilfe von Bindungen miteinander kombiniert, sodass ein Gewebe entstehen kann.

Die Webkette ist zwischen Kettbaum (aufgewickelte Kette aus der Schärerei) und Warenbaum (aufgewickelte Ware) gespannt. Dabei wird jeder einzelne Kettfaden durch eine Öse geführt, die, an einer Litze befestigt, mit dem Webschaft in Verbindung steht. Durch Heben und Senken der Schäfte entsteht das Webfach, wodurch der Schuss eingetragen werden kann, welcher vom Webriet an den Geweberand abgeschlagen wird. Danach folgt der nächste Schusseintrag.

In der Lodenerzeugung wird das Rohgewebe wesentlich breiter gewebt als der fertige Stoff, da der Loden in der Walkerei sowohl in der Länge als auch in der Breite durch die Verfilzung der Wollfasern stark eingeht.

Walkerei Bearbeiten

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Walkerei Leichtfried Tuch & Lodenfarbik

Das Walken ist der besonders charakteristische Produktionsvorgang bei der Lodenerzeugung. Dabei erfolgt durch ein spezielles Gemisch aus Wasser und diversen Walkmitteln (= Maische) sowie mechanischer Einwirkung eine starke Verfilzung des Rohgewebes, wodurch dieses in Kette und Schuss bis zu 30 % einspringt.

Einen hochwertigen Loden zeichnet aus, dass man das ursprüngliche Rohgewebe fast nicht mehr sieht. Nach dem Walken erfolgt das Waschen des Lodens, wodurch die Maische ausgewaschen wird.

Da in der Wolle von der Weide in Australien auch diverse Verunreinigungen enthalten sind (Vegetabilien), müssen diese in der Karbonisur entfernt werden. Dabei läuft der Loden durch ein verdünntes Schwefelsäurebad und wird dann bei ca. 120°C gebrannt. Zum Entfernen der Schwefelsäure und verbrannten Vegetabilien kommt der Loden danach wieder in die Waschmaschine.

Da das Walken und Waschen des Lodens immer im Strang erfolgt, wird der Loden anschließend geglättet und zum Verweilen auf große Docken aufgewickelt.

Trockenausrüstung / Veredelung Bearbeiten

Nun entscheidet sich, welche Lodenart produziert wird. Tuchloden werden nur mehr getrocknet, gekrumpft (damit sie beim Konfektionieren nicht einspringen), auf der Schermaschine geschoren, gepresst und zum Schluss auf der Kesseldekatur dekatiert.

Strich-, Soft- und Doublefaceloden laufen mehrere Passagen über Raumaschinen - darunter die Naturdistelraumaschine für die Strichloden zum Verstreichen der Ware – und werden danach ebenfalls geschoren, gepresst und dekatiert.

Strichloden werden kesseldekatiert, Soft- und Doublefaceloden erhalten eine weiche Finishdekatur.

ProdukteBearbeiten

TuchlodenBearbeiten

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Tuchloden Leichtfried Tuch & Lodenfabrik 1884

In der Tuch- & Lodenfabrik Leichtfried werden verschiedenste Lodenarten hergestellt. Loden mit glatter Ausrüstung werden als Tuchloden bezeichnet. Diese wirken, besonders wenn Sie aus merinoextrafeiner Schurwolle hergestellt werden, seidig glänzend und werden für Kostüme, Hosen, Röcke und Jacken sowohl im Country- als auch im sportiven Bereich eingesetzt. Um einen lang anhaltenden glatten Griff zu gewährleisten, werden alle Tuchloden mit einer speziellen Imprägnierung ausgerüstet.



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Strichloden Leichtfried Tuch & Lodenfabrik 1884

StrichlodenBearbeiten

Beim Strichloden wird die rechte Gewebeseite mit Stahlkratzen und Naturdisteln aufgeraut und alle Fasern in eine Richtung gelegt. Durch diese dachziegelartige Verlegung der Wollfasern kann Wasser gut abperlen. Um die Wasserabweisung zu verstärken, wird der Strichloden zusätzlich imprägniert.



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Softloden Leichtfried Tuch & Lodenfabrik 1884

SoftlodenBearbeiten

Eine weitere Spezialität der Lodenfabrik Leichtfried sind superweiche geflauschte Lodenqualitäten,Softloden, für den sportiven, legeren Bereich. Die rechte Gewebeseite wird geraut, jedoch nicht verstrichen. Der Flauschloden erhält dadurch eine matte, sehr weiche Oberfläche. Er ist etwas voluminöser, jedoch kaum schwerer als der Tuchloden. Flauschloden werden oft auch als Wasch- oder Sämischloden bezeichnet.



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Doublefaceloden Leichtfried Tuch & Lodenfabrik 1884

DoublefacelodenBearbeiten

Bei der Herstellung von Doublefaceloden werden zwei verschiedenfärbige Gewebe durch eine spezielle Bindetechnik mit dünnen Bindefäden aus Kammgarn miteinander verbunden. Beide Seiten des Gewebes werden flauschig ausgerüstet. Doublefaceloden können auch eine karierte Abseite haben und werden besonders gern für Jacken und Mäntel, Lodenponchos sowie Decken verwendet.


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Spezialloden, Tuchloden Leichtfried Tuch & Lodenfabrik 1884

SpeziallodenBearbeiten

In die Kategorie Spezialloden fallen gemusterte Lodenqualitäten wie z. B. karierte Loden, Loden mit Fischgrätbindung sowie bestickte Loden. Diese werden eingesetzt für Damen- und Herrenoberbekleidung für den Country- und Sportswearbereich.




JägerleinenBearbeiten

Eine besondere Spezialität des Unternehmens, die vor allem für die Sommersaison entwickelt wurde, ist ein pflegeleichtes Jägerleinen, welches in der Kette Baumwolle und im Schuss Reinleinen hat.


Decken & PonchosBearbeiten

  • Wolldecke DavosGehe zu Wolldecke Davos
  • Wolldecke CortinaGehe zu Wolldecke CORTINA
  • Poncho MantuaGehe zu Poncho Mantua
  • Poncho RomaGehe zu Poncho Roma

Eine weitere Spezialität des Hauses sind selbstgefertigte Lodenplaids und -ponchos aus merino-extrafeinem Doubleface-Loden in vielen Farbkombinationen. Im [Webshop][2][1] der Tuch- & Lodenfabrik Leichtfried können Sie die Möglichkeit nutzen, unsere hochwertigen Decken und Ponchos ganz einfachund bequem über das Internet zu beziehen.



DetailgeschäftBearbeiten

[2] Wer sich von der Qualität unserer hochwertigen Produkte vor Ort überzeugen möchte, den erwartet im eigenen Factory Shop nicht nur klassische Meterware, sondern auch Tragbares von der Stange. Karin Leichtfried überzeugt dort ihre Kunden von der Vielseitigkeit der Tuch- und Lodenstoffe.

Stand zu Beginn des Geschäftsbetriebes hauptsächlich die Meterware zum Verkauf, so werden unseren Kunden heute auch Fertigprodukte aus Loden, wie Capes, Ponchos, Decken, Taschen, Mäntel, Joppen und vieles mehr angeboten.

In der hauseigenen Schneiderei werden unsere Stoffe mit vollendeter handwerklicher Schneiderkunst und mit viel Liebe zum Detail in höchster Qualität verarbeitet.

  1. http://www.lodenshop.com
  2. http://www.leichtfried-loden.com/detailgeschaeft.html

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