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Motorfahrzeugbau Steidinger
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Sitz
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Steidinger Motorrad rechts.jpg

Steidinger "Weltmotor"

Steidinger Typenschild.jpg

Typenschild

Steidinger Werk.jpg

Steidinger Werk (Zeitgenössische Darstellung)

Steidinger Typ O Prospektbild.jpg

Bild eines Steidinger-Motorrades aus einer Prospekt-Korrekturfahne von 1925

Die Firma Motorfahrzeugbau Steidinger wurde 1925 bei der Stadtverwaltung St. Georgen/Schwarzwald auf den Namen des Ingenieurs Christian Steidinger angemeldet. Sie war eigentlich ein Tochterunternehmen der Gebrüder Steidinger G.m.b.H, die schon seit 1900 bestand und als Hersteller von Federlaufwerken für Grammophone und von kompletten Grammophonen bereits Weltgeltung erlangt hatte. Möglicherweise suchte das Unternehmen in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg nach einem zusätzlichen Standbein, es ist aber wahrscheinlicher, dass der Firmengründer Christian Steidinger sr. seinem Sohn Christian jr. die Möglichkeit geben wollte, sein Hobby zum Geschäft zu machen, so wie er bereits zuvor Sohn Oskar, einem passionierten Taubenzüchter, ermöglicht hatte, im elterlichen Betrieb einen von ihm entwickelten Brieftaubenkontrollapparat zu produzieren.

Christian Steidinger jr. richtete jedenfalls in unmittelbarer Nähe des Stammwerkes in der Sommerauer Straße eine Werkstatt ein, die sich mit der Entwicklung und dem Bau von Zweitaktmotoren und kompletten Motorrädern befasste. Von den in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wie Pilze aus dem Boden schießenden Motorradfirmen unterschied sich Steidinger dadurch, dass man nicht nur das Fahrgestell, sondern auch den Motor selbst entwickelte und baute. Obwohl man im Motoren- und Fahrzeugbau bisher keinerlei Erfahrung hatte, wurde das Vorhaben recht professionell angegangen. Fehlendes Know-How wurde offenbar eingekauft, allem Anschein nach hatte dabei auch der große Motorenkonstrukteur Hugo Ruppe seine Hand im Spiel, Schwungrad und Zündmechanismus stammen nämlich von ihm und weitere Details des Motors lassen seine Handschrift zumindest erahnen. Im Vertrauen auf den zu erwartenden Verkaufserfolg nannte man das Triebwerk in aller Bescheidenheit Welt-Motor.

Tatsächlich gehörte der Steidinger-Motor zu den modernsten Zweitaktmotoren seiner Zeit. Mit Ausnahme des Zylinders und der Kurbelwelle bestand der ganze Motor aus Leichtmetall und wog deshalb nur sensationelle 11 kg. Man experimentierte mit verschiedenen technischen Neuheiten, zum Beispiel gab es eine Art "Vorkammer-Zündung" oder einen "Zweinasen-Kolben", womit man ein besseres Spülverhalten und eine vollständigere Verbrennung des Treibstoffgemischs erreichen wollte.

Der Überlieferung nach wurden insgesamt sechs Steidinger-Motorräder hergestellt, über das Prototypen-Stadium kamen sie nicht hinaus. Alle waren Versuchsmodelle und unterschieden sich teils gravierend voneinander. Es gab Riemen-und Kettenantrieb, Klotz- und Trommelbremsen, einrohr- und Doppelrohr-Rahmen. Zwei gleiche Steidinger-Motorräder hat es offenbar nicht gegeben. Was aber alle gemeinsam hatten, war die senkrechte Verrippung des Zylinderkopfs, der Vergaser (Brown und Barlow) und das Sturmey Archer Dreigang-Getriebe. Vermutlich hatten auch alle sechs eine ungedämpfte Vordergabel nach Druids-Bauart (in der Form allerdings unterschiedlich).

Die Motorrad-Episode bei Steidinger ging bereits 1927 zu Ende. Über die Gründe sind verschiedene Versionen im Umlauf. Sicher ist, dass die Gebr. Steidinger G.m.b.H" 1927 mit dem Dual-Motor, einem halbelektrischen Grammophon-Antrieb einen absoluten Welterfolg landete, der alle Kapazitäten des Unternehmens band. Christian Steidinger jr. erzählte aber selbst, dass er im besagten Jahr auf einer Testfahrt mit einem Ochsengespann kolliert sei und dabei verletzt wurde, wonach der Vater ein Machtwort gesprochen habe. Auf jeden Fall wurde er 1927 Leiter der Werkzeugkonstruktion im väterlichen Unternehmen.

Die Gebrüder Steidinger G.m.b.H wurde unter dem Namen DUAL als Phonogeräte- und Unterhaltungselektronik-Hersteller weltberühmt, welche zum Jahreswechsel 1981/82 in Konkurs ging.

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