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A&E Wirth

A&E Wirth
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1929
Sitz Mainz
Branche Kinderbekleidung
Die A&E Wirth ‘der Kinderladen’ GmbH & Co. KG mit Sitz in Mainz ist ein deutsches Kaufhaus für Kindermode und Spielwaren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte Bearbeiten

Wege zur Gründung Bearbeiten

Familie Demmler 1875 bis 1948 Bearbeiten

Am 1. April des Jahres 1875 begründet Louis Demmler[1] im Hause Eberhardstraße 16 am Marktplatz zu Ludwigsburg ein Einzelhandelsgeschäft. 1905 übernehmen sein Sohn Hermann und dessen Ehefrau Johanna geb. Remppis das Manufakturwarenhaus. Zu jener Zeit wird das Demmler’sche Haus auch zur Ausbildungsstätte von Söhnen württ. Textil-Fabrikanten und Einzelhandels-Kaufleuten. Ab 1925 führt nach dem frühen Tode ihres Mannes Johanna Demmler die Firma fort. Johanna Demmler, von ihren Brüdern, Konsul Ferdinand und Bankdirektor Emil Remppis, unterstützt, die schwere Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre und leitet die Firma erfolgreich bis in ihr hohes Alter. Ihr Sohn Heinrich wendet sich, seinem Talent folgend, der graphischen Ausbildung und erhält 1938 den Reichssiegerpreis im Berufswettkampf. Kurz darauf holt ihn die Wehrmacht. Er erlebt den gesamten Afrikafeldzug als Panzerkompagniechef und im Stabe des Afrikakorps. Erst 1948 kehrt er aus der Kriegsgefangenschaft in die Heimat zurück.

Familie Wirth 1925 bis 1948 Bearbeiten

1925 übernimmt Andreas Wirth[2] die Wäschefabrikation Wirth & Rühe, welche er drei Jahre zuvor mitbegründet hatte. Er spezialisiert die Firma auf die Herstellung von Kinderbekleidung. Seine Frau Elisabeth, Meisterin des Weißzeugnäherinnenhandwerkes, leitet den technischen Betrieb mit ca. 40 Mitarbeitern und ebensovielen Heimarbeiterinnen. 1929 wird von Andreas und Elisabeth Wirth “Der Kinderladen” eröffnet und im Zeichen der beginnenden Wirtschaftsdepression der krisenfestere Einzelhandel aufgebaut. “Der Kinderladen” gilt als Novum im Sprachgebrauch. Vielfach belächelt und als irreführende Firmenbezeichnung zum Eintrag ins Handelsregister abgelehnt, erlangt der Name jedoch in seiner sprachlichen Kuriosität bald Verkehrsgeltung. Zu dieser Zeit werden Angebot, Bedarf und Produktion über die Reichskleiderkarte[3] diktiert. 1943, nach Abschluß der höheren Textilfachschule in M.-Gladbach, tritt Margot Wirth als persönlich haftende Gesellschafterin in die Firma ein. Nun gelingt auch der Eintrag des Firmenzusatzes “Der Kinderladen”. 1945 folgen Teilzerstörung, Plünderung, und das Überleben in Trümmern.

Gründung Bearbeiten

Der Behelfsbau im zerstörten Mainz, 1948
MagyarfriendHinzugefügt von Magyarfriend

Heinz Demmler und Margot Wirth beschließen am 20. Juni 1948, dem Tag der Währungsreform, bei einer wirtschaftlichen Parität von je DM 40,- Handgeld den Geschäftsaufbau. Unter schwierigsten Auflagen der Besatzungsmacht wird im zerstörten Münsterplatzbereich der erste Ladenbau (Behelfsbau) von Heinz Demmler erstellt und von ihm das Spielwarenhaus Schillerstr. 48 gegründet.

Auszeichnungen Bearbeiten

Überreichung der Jupitersäule der Stadt Mainz durch Jockel Fuchs, 1975
MagyarfriendHinzugefügt von Magyarfriend

Jupitersäule der Stadt Mainz Bearbeiten

Zu Anlass des 50-jährigen Jubiläums[4] 1975 wird das Kaufhaus von der Stadt Mainz mit der Jupitersäule ausgezeichnet, welche der Bürgermeister der Stadt Mainz, Jockel Fuchs, überreichte.

Firmensitz Bearbeiten

Der Firmensitz war zunächst der im Jahre 1929 von Andreas und Elisabeth Wirth gegründete “Kinderladen”. Nach der Zerstörung während des zweiten Weltkrieges wurde von Heinz Demmler ein Behelfsbau, das Spielwarenhaus Schillerstr. 48, errichtet. Ab 1950 wurde dieser durch den Bau des sechsgeschossigen Spielwarenhauses ersetzt. 1957 kam das anliegende Anwesen Große Bleiche 4 hinzu, so dass der Firmensitz in der heutigen Form entstand.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. historische Rechnung von Louis Demmler aus dem Jahr 1904
  2. kaufm. Urkunde Andreas Wirth
  3. Originaldokument der Reichskleiderkarte
  4. Artikel zum 50-jährigen Jubiläum, Allgemeine Zeitung Mainz, 5. November 1975



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